11.05.2010

Meine Erfahrungen: Neurodermitis bei Kindern

Neurodermitis ist eine nicht ansteckende, entzündliche Erkrankung der Haut, gekennzeichnet durch Ekzeme, Juckreiz und trockene Haut, und tritt in Schüben auf, zwischen denen relativ beschwerdefreie Intervalle liegen. Gerade für die Kleinen ist diese Krankheit besonders belastend. Aber nicht nur die kleinen Patienten leiden – eine schwere Neurodermitis belastet die ganze Familie.

Es gibt zahlreiche Auslösefaktoren wie Stress, mechanische Reize auf die Haut, Schwitzen, Nahrungsmittel, Allergien. Diese gilt es zu ermitteln, um den Kleinen (und damit der ganzen Familie)  ein möglichst beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

Auch ich bin eine Mutter mit einer 5-jährigen Tochter mit leichter Neurodermitis. Folgende Tipps möchte ich Ihnen gerne mit auf den Weg geben. Sie lassen sich leicht umsetzen, und helfen ohne große Anstrengung, das Leben des kleinen Patienten etwas zu erleichtern:

–       Baden oder Duschen Sie Ihr Kind nicht zu lange und nicht zu heiß. Die Badetemperatur sollte nicht über 32°C liegen, da sonst vermehrt die hauteigenen Lipide ausgewaschen werden.

–       Verwenden Sie möglichst milde Reinigungsprodukte mit einem hohem Lipid-Anteil.

–       Nach dem Baden oder Duschen nicht abrubbeln, sondern nur sanft abtupfen. Gut eincremen.

–       Vermeiden Sie Stress, organisieren Sie den Alltag gut

–       Nehmen Sie sich regelmäßig bewusst Zeit zum Entspannen, lesen Sie ein Buch mit dem Kind, mit älteren Kindern kann man spielerisch und gemeinsam Entspannungstechniken lernen

–       Lassen Sie die Neurodermitis nicht das Familienleben bestimmen. Schenken Sie den anderen Eigenschaften des Kindes besondere Aufmerksamkeit, vielleicht kann es schön malen oder singen oder gut Fußball spielen?

–       Nehmen Sie im Alltag nicht zu viel Rücksicht auf den kleinen Patienten. Schnell lernen diese sonst, aus Ihrer Krankheit einen Vorteil zu ziehen und diese als Druckmittel zu verwenden.

–       Achten Sie auf eine Ernährung, die vollwertig, allergenarm, schmackhaft und abwechslungsreich ist. Nur bei einer Nahrungsmittelallergie ist eine spezielle Diät angesagt.

Die Pflege der Haut ist bei Neurodermitikern besonders wichtig: die Produkte sollten einen hohen Anteil an rückfettenden Lipiden, v.a. Nachtkerzenöl, enthalten. Zur Basispflege eigenen sich auch harnstoffhaltige Produkte, aber Vorsicht: Harnstoff brennt auf offenen Hautstellen. Für kleine Kinder gilt eine maximale Konzentration von 2-3% Harnstoff.

Eincremen soll Spaß machen: Lassen Sie das tägliche Eincremen zum Ritual werden. Wir begleiten es mit einer schönen Geschichte oder einem Lied. Oder wir malen uns gegenseitig mit Creme weiße Blumen auf die Haut und beziehen auch mal die Puppe mit ein. (CD)

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